Die Welt steht in Flammen…
Die Welt steht in Flammen. Zumindest in Athen und halb Griechenland. Die Rezession zeigt ihre ersten Muskeln. Wer jetzt nich aufwacht verschläft den Morgen ohne den Wecker zuhören. Was kann ein Musiker tun um “krisensicher” zu agieren?
Grundsätzlich hat sich in den letzten Jahren folgendes Szenario entwickelt:
Ende der 1990er Jahre waren immer mehr Bands in der Lage Musik auf einem relativ hohen Level zu produzieren, um Demos zu haben. (Stichwort: Demokratisierung der Produktionsmittel) Demos waren damals der Key zum Success. Jedenfalls war es das was uns die Medien glauben machten. Das führte auf der Popkomm dazu, dass eigentlich nur Bands ihre Demos abgaben und die Majors von 30 000 CDs oder Kassetten auf einem Event (!!) nicht eine einzige mehr hören konnten. Dafür braucht man kein Mathematikprofessor sein: Ein A&R hört 300 Tage im Jahr jeweils 100 Demos am Tag, bis zur nächsten Popkomm. Das war unmöglich! Keine Frage!
In den USA ist es heute fast unmöglich überhaupt Adressen von Plattenfirmen zu bekommen, weil die seit knapp 10 Jahren “zugemüllt” werden. Sicherlich gibt es darunter Bands die Potenzial besitzen und auch in die Charts hätten einsteigen können.
Was sind eigentlich die Charts? Bestimmte Gruppen schliessen sich zusammen und suchen nach den Bestverkauftesten und meistgespielten Musikstücken der Branche. Nach und nach haben unabhängige Organisationen erkannt, wie dieses System untergraben werden kann. CDs kaufen in “zählenden” Shops! Dies wurde bis zum Exzess betireben, von Indies wie von Majors..
Daraufhin, auf Grund der Chartsstellung, rotiert die Musik auf einschlägigen Musiksendern, weil es in den Charts ist. Was passierte danach? Videos mussten bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. Das trieb die Kosten in die Höhe und konnte wieder die Indies etwas zurückdrängen. Man merkt es ist immer ein Kampf von Groß gegen Klein.
Nach und nach wurden auch gute Videos günstig produziert und die Musiksender machten das Werbungschalten zur Auflage, so dass kleine Bands wiederum keine Chance hatten das System zu umgehen. Heute verabschieden sich Musiksender von Musikvideos, denn das Internet (YouTube und CO) hat die von “oben” gesteuerte Musikvideowahl ersetzt. Stichwort: Individualisierung der Hörgewohnheit. Die BRAVO und ähnliche Magazine steuern nach wie vor den Geschmack der Jüngeren, doch die Ü18 Menschen nutzen primär das Internet und entfalten dort ihre Konsumwünsche „frei”.
Frei ? Man selektiert grundlegend das was “on screen”, also in der Wirklichkeit als Content realisiert wird. Sprich nur “große” Videos ziehen User, Ausnahmen gibt es natürlich immer . Ein gut laufendes Video zieht mehr an , als ein underrated one. Also sind wieder die Industriellen gefordert: Schaffen eines Hypes, in einer Dimension die ein Indie nicht stemmen kann. Durch die immer komplexeren Netzwerke ist ein manipulativer “Flüstertüten”-Angriff unmöglich geworden und die Majors verzweifeln. Es schlägt die Stunde der Independent Bands, ohne deren Wissen!
Es gibt (leider) immer noch “Demoproducer”, die auf den A&R warten – Dies ist eine stark verbreitete Spezies, aber die Zeit ist vorbei. Die neue Spezies der Musiker ignoriert die Musiksender, ignoriert die Charts und vertraut auf ihr Können. Selbstmanagement, Selbstvermarktung und digitale Vertriebswege als Erlösung aus der Krise.
Leider ist es in der Bundesrepublik unüblich sich hinzustellen und zu sagen: „JA, ich kann das und das und ich möchte das und das!” Lieber hält mit den Fähigkeiten hinter dem Berg.
Resultat: Es kommt nix. Die Majors lachen sich scheckig und man vertrödelt die Jahre und das Leben rauscht in einem ICE oder Transrapid-Style an einem vorbei. Und trotz der langsam schrumpfenden Chance der Massenmedien per Knopfdruck Käuferschichten zu akquirieren verpassen „Kleine” die Chance noch oben zu schwimmen.
Daher sollte jeder Musiker erkennen: Lieber ein Album bei iTunes einstellen, eine OnDemand Cd pressen, eine Clubtour organisieren und “auf die Straße” zu gehen. Die Kelly-Familiy hat es vorgemacht! Warum nicht in der Fußgängerzone spielen und einfach MACHEN!
Die meisten sind gefangen im falschen Stolz. Die Realität ist, dass es heutzutage viele gute Bands gibt – mehr als je zuvor, weil die Produktionsmittel demokratisch und für jedermann erreichbar sind. Jeder kann heute ganz gut mastern und jeder kennt irgendwen der irgendwie Ahnung von Frequenzen hat und auch “Druck” verteilen kann. Ein guter Mix, ohne Majorsupport, ist heute keine unerreichbare Leistung mehr. Realität!
Daher ist der Weg zu iTunes auch nicht unmöglich. Allerdings ist das auch nur die halbe Miete: Nur ein Beispiel: Jemand will ein Auto verkaufen, dieses stellt er im Industriegebiet ab und wartet auf Interessenten. Alternativ stellt er es in die Fußgängerzone. Wer wird sein Auto, abgesehen von Parkvorschriften, eher verkaufen?
Derjenige in der Fußgängerzone! Ganz logisch, oder?
Es geht also darum sich in die Fußgängerzone zu begeben, Menschen zu suchen und zu finden. Doch auch “Sesselpfurzer” wollen Erfolg. Für die wurde das Internet erfunden! Super-Mega-Hyper-Speed-
Seduction im 3. Jahrtausend!
Hierzu wieder ein plastisches Beispiel: Du hast 2 Mailaccounts bei Web.de gebastelt. Mit dem einen surfst du und trägst die Adresse in Gästebüchern ein usw. Und mit dem anderen machst du gar nichts. Auf welchem Account sind am Ende einer Woche mehr Mails? Die Antwort weiss jeder, und jeder sagt, das ist Spam! Richtig! Aber es beweist nur: Wer etwas unternimmt, wird ein Feedback, in welcher Form auch immer bekommen! Also aktiv in die virutelle Fußgängerzone gehen und laut sein bringt mehr als schweigend im Keller zu hocken!
Noch ein Beispiel: Eine 5. Klasse von 1990 macht ihr Abi im Jahr 1999. Auf der Verabschiedung der Abiturienten wird Karl erwähnt, weil er ein 1.0-er Abi hat und Frank, weil er immer was verrücktes zum Fortschritt oder zum Rückschritt des Unterrichts beigetragen hat. Elvira, die stille Maus, mit einem 2.3er Abi wird gänzlich unerwähnt bleiben und schnell vergessen.
Wer Musik macht, will entweder Karl oder Frank sein. Aber in keinem Fall Elvira. Musik hat selbst in der Klassik mit Lautstärke zu tun!
Wir von track by track warten auf 30 000 Demos von den Bands und nicht in Demoform, sondern in der Form, dass es “verkaufbar” ist. Wir warten auf engagierte Querdenker, durchgeknallte Schreihälse und leise Mäuschen, die erkannt haben worum es hierbei geht. Es geht um Freiheit, um Kreativität, um Musik und um Erfolgsstreben!
Warum denn nicht neben dem Job Musik machen? Warum denn nicht am Wochenende ein wenig Cash machen, warum denn nicht der eigene Major sein? Und wer es hier schafft , also sich im realen Markt, zu etablieren wird wirklich gehört und Gehör finden. Von jedem A&R von jedem Profi und von uns! Und Last but not Least: Von Hörer von Musik, vom Kosumenten, vom Fan!
Keine Plattenfirma wird in einen No-Name Artist investieren, aber jede Plattenfirma wird in einen erfolgreichen “Self-made” Star investieren. Wer nix tut, wird nix schaffen. Wer die Ärmel hochkrempelt, hat eine Chance. Von nichts kommt nichts und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt! Alternativ sollte man aufhören zu musizieren und Feuerwehrmann oder –frau werden, um die Brände zu löschen! In Griechenland ! Das wird auch krisensicher sein! Wer Musik nur für sich macht, braucht auch gar nicht darüber nachzudenken seine Musik zu verkaufen, sobald man eine Demo produziert, will man aber mehr! Wir helfen auch mit Hilfe dieses Blogs!
Schönes Wochende
Euer track by track Team
